
Als ein „Literatur- und Lebensdenkmal der seltensten Art“ bezeichnete Thomas Mann den „Simplicissimus“ des 1621 oder 1622 geborenen Grimmelshausen. Das Buch hat bis heute nichts von seiner Lebendigkeit eingebüßt, was ganz gewiss daran liegt, dass es nicht einfach nur ein Roman ist. Es ist Abenteuerroman, Bildungsroman, Schelmenroman, phantastischer Reisebericht, fiktive Autobiographie, Satire, Groteske, Robinsonade, Gesellschaftsroman und Sittenroman.
Obwohl Grimmelshausen nur ein paar Jahre die Lateinschule besucht hat, steckt sein Werk voller selbst angelesener Gelehrsamkeit, die bereits bei den zeitgenössischen Lesern eine gewisse Bildung voraussetzte.
Für heutige Leser kommt noch die Sprachbarriere hinzu, denn das barocke Deutsch des 17. Jahrhunderts ist uns inzwischen ebenso fremd wie das Mittelhochdeutsche.
Um dieses Weltbuch einem breiten Publikum wieder zugänglich zu machen, hat der aus Viersen stammende Autor (u. a. Niederrheinischer Literaturpreis 2003) und Übersetzer (u. a. von Irene Dische und Susan Sontag) Reinhard Kaiser es mit großem Gespür für den Rhythmus, den Ton und den Geist des ursprünglichen Textes in ein modernes Deutsch „übersetzt“ und mit Anmerkungen versehen.

Ende der vierziger Jahre: Die junge Madeleine hat im Zweiten Weltkrieg alles verloren, Familie und Heimat. Ihr Traum, einen Neuanfang zu machen, erfüllt sich nicht. Als auch die Liebe zu Anton scheitert, wagt sie den großen Schritt. Madeleine schließt sich einer Gruppe deutscher Journalisten an, die als Erste über Frankreich nach Algerien reisen dürfen. Doch dort scheint sich schon der nächste Krieg anzubahnen. Ruth Rehmann erzählt von einer jungen Frau, die die Enge des zerstörten Europa der Nachkriegszeit hinter sich lässt und erst in der Fremde ihre eigene Geschichte versteht.
Ruth Rehmann wurde 1922 in Siegburg als jüngstes Kind einer evangelischen Pfarrersfamilie geboren. Sie studierte Kunstgeschichte, Germanistik und Musikwissenschaft und besuchte ab 1943 die Meisterklasse (Violine) der Musikhochschulen in Berlin und Köln. Nach dem Krieg folgten erste solistische Auftritte. Von 1950-58 arbeitete sie als Pressereferentin in Bonn. 1958 nahm sie am Treffen der Gruppe 47 teil und las dort aus ihrem ersten Roman. Von 1972-76 war sie Lehrerin für Deutsch und Englisch. Ruth Rehmann lebt im oberbayerischen Trostberg.
Hans Werner Richter am 27. Februar 1962 in einem Brief an Martin Walser: „Die Beiträge aber, von Dir, [Walter] Jens, [Hans Magnus] Enzensberger, [Joachim] Kaiser, Rehmann werden die Leser sich wohl herauspicken.“
"Man könnte dieses Alterswerk einer der großen Verkannten der Nachkriegsliteratur als Sensation bezeichnen."
Andreas Wirthensohn, die tageszeitung, 24.10.09

Der amerikanische Kunsthistoriker Martin Saunders, der in Berlin lebt, lernt durch Zufall David Perlensamt kennen – einen
eigenartig anziehenden, geheimnisvollen Menschen. Wenige Tage nach dieser Begegnung
geschieht in Perlensamts Wohnung in der Fasanenstraße

Copyright: Susanne Schleyer
ein Mord.
Fast zur selben Zeit wird dem Auktionshaus, für das Saunders arbeitet, ein Gemälde von Courbet angeboten. Exakt
das Bild, das Saunders in der Wohnung Perlensamts gesehen hat. „Perlensamt“ ist ein Kriminal- und Gesellschaftsroman, der
das große Thema Raubkunst aufblättert – und auf den Spuren bedeutender Werke und ihrer „Sammler“ zwischen
Berlin, Paris und New York wandelt.
Barbara Bongartz, 1957 in Köln geboren, studierte u.a. Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften in Paris, München,
Köln. Sie war Assistentin am Theaterwissenschaftlichen Institut der Universität Köln. 2001 erschien, nach zahlreichen
anderen Publikationen, ihr Roman „Die amerikanische Katze“, eine Liebeserklärung an New York, 2007 der autobiographisch geprägte Roman „Der Tote von Passy“. Im Herbst 2009 folgte dann „Perlensamt“. Ihr Essay „Topmodel“ wurde im Februar 2010 veröffentlicht.
Barbara Bongartz lebt als Schriftstellerin in Berlin.